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Farrenberg-Wettbewerb
2010
Bericht Marc Schneider
Da unser Duo noch bei der
Allgäuer Segelflugwoche noch in Füssen war, flog ich am
ersten Wertungstag mit dem einsitzigen Discus CS in der
Doppelsitzer-Klasse.
Am Samstag begann der Wettbewerb mit anscheinend
traumhaftem Wetter, gute Wolkenthermik mit anständiger
Arbeitshöhe war angekündigt, da erschien die Aufgabe der
Doppelsitzer- und Standard-Klasse mit 367 km über Alb
und Schwarzwald zunächst als leichte Übung. Es stellte
sich aber leider heraus, dass schon am frühen Nachmittag
im Scharzwald mehrere Regenschauer im Weg standen.
Wir
mussten bis an die nördlichen Ausläufer des Schwarzwalds
fliegen. Der Wiedereinstieg in den stark bewölkten
Schwarzwald gestaltete sich ebenfalls nicht ganz
einfach, ganz zu schweigen vom regenreichen Rückweg nach
Süden bis nach Titisee-Neustadt, in die Gegend, wo der
Schwarzwald am höchsten ist. Die Schwäbische Alb
allerdings war ab Tuttlingen völlig dicht. Nachdem ich
im Teamflug mit dem Hotzenwälder Duo Discus WA einige
Kilometer ohne Sinken im Geradeausflug am Rand der
Schauer fliegen konnte, begann das Abgleiten der
restlichen Höhe, das immerhin noch durch eine Regenlücke
hindurch bis an die bereits wieder trockene, aber
thermisch nicht mehr aktive Albkante bei Albstadt
führte, wo der Flug auf einer Wiese endete. Da wir
allerdings früher dran waren als die anderen und weiter
kamen, reichte es immerhin für Tagesplatz drei mit nur
geringem Punkterückstand. Die Aufgabe hat an diesem Tag
leider kein Flugzeug aus irgendeiner Klasse geschafft.
Die fünf folgenden Tage waren geprägt vom
Farrenberg-Wetter, wie man es vom letzten Wettbewerb vor
zwei Jahren bereits kannte (Regen, Regen, Kälte,
Schauer, Regen). Es war also intensiver Campinggenuss
angesagt.
Erst am vorletzten möglichen Wertungstag, dem Freitag,
sollte es weiter gehen, diesmal endlich im Duo mit
unserer Nachwuchspilotin Mareike Rohde auf dem hinteren
Sitz. Kaum jemand glaubte der Behauptung des
Meteorologen, dass es (nach fünf Tagen Regen!) innerhalb
weniger Stunden von einem bis zwei Achtel
Cumulus-Bewölkung zu kompletter Blauthermik abtrocknen
würde. Wir flogen eine Aufgabe über 365 km mit den
Wendepunkten Geisingen am Südwest-Ende der Schwäbischen
Alb und Harburg an ihrem äußersten Ostende. Es ging
zügig und entspannt los, aber im Laufe des Tages begann
wie vorhergesagt der Hochsommer mit blubberiger
Warmluft-Blauhermik, was den Rückweg zum Kampf gegen die
Schwerkraft werden ließ. Im Teamflug mit WA vom
Hotzenwald, geflogen von Alexander Meyer mit Begleitern,
schafften wir als eines von nur drei Flugzeugen unserer
Klasse den Heimweg und belegten mit 988 von 1000 Punkten
den zweiten Tagesplatz sowie auch den zweiten Platz in
der Gesamtwertung hinter den Hotzenwäldern.
Tag drei am Samstag, diesmal
komplett in Blauthermik, aber dafür mit einer
übersichtlichen 171 km Aufgabe auf der Alb, brachte die
Entscheidung: Das Team WA, das aus den vorhergehenden
zwei Wertungstagen etwa 30 Punkte Vorsprung vor uns
hatte, war etwa gleichzeitig abgeflogen, aber nach
einigen Fehlern von uns deutlich im Vorsprung. Als wir
knapp drei Stunden Flugzeit wieder auf dem Farrenberg
landeten, waren wir recht überrascht, den Duo WA dort
nicht zu entdecken. Sie hatten sich auf dem Rückweg so
sehr verbastelt, dass sie erst 12 Minuten nach uns
ankamen und eine deutlich geringere
Durchschnittsgeschwindigkeit erzielten. Somit konnten
wir mit 54 Punkten Vorsprung auf den ersten Platz in der
Gesamtwertung vorrücken und den Sieg in der
Doppelsitzerklasse mit nach Hause nehmen.
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